Geburtshilfe in Gefahr


Versicherungsprämien steigen rapide
Geburtshilfe in Gefahr

Viele freiberuflichen Hebammen und Frauenärzte, die belegärztliche Geburten betreuen, können die erforderlichen Versicherungsprämien kaum noch aufbringen. Es fällt ihnen immer schwieriger, überhaupt Versicherer zu finden. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtenhilfe e.V.

Knappe Vergütung

Die berufliche Haftpflichtversicherung für Frauenärzte beträgt inzwischen oft mehr als 40.000 Euro jährlich. Aufgrund dieser Entwicklung, stellen immer mehr Frauenärzte ihre belegärztlichen geburtsmedizinischen Tätigkeiten ein. Gleiches gilt für die geburtenmedizinische Abteilung in Kliniken. Aufgrund der hohen Versicherungsprämien lohnt sich die knappe Vergütung für Geburtsmedizin im Gegensatz zu dessen Aufwand nicht. Dadurch ist die wohnortnahe Versorgung von Geburten nicht mehr in jeder Region Deutschlands gesichert.

„Erschwerend kommt der demographische Wandel hinzu. Wir haben heute fast 15 Prozent weniger Geburten als im Jahr 2000. Vor allem kleinere Kliniken geraten dadurch immer häufiger unter eine kritische Grenze, unter der es sich auch aus ärztlichen Gründen empfehlen kann, die Geburtsmedizin zu schließen", berichtet Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF).

Keine Zunahme von Behandlungsfehlern

Schuld am den hohen Versicherungsprämien ist jedoch keine Zunahme von Behandlungsfehlern. Es ist vielmehr der extreme Anstieg der Summen, welche Richter in Gerichtsprozessen als Zahlung für geschädigte Kinder und Eltern festlegen. Nur zum Teil sind sie durch die kostspieligere Medizin und Langzeitbetreuung gerechtfertigt. In vielen Fällen geht die Versicherungssumme weit über diese Beiträge hinaus. „Wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung bedarf es hier der staatlichen Übernahme der Versicherungskosten, ebenso aber eines grundsätzlichen Umdenkens bei Kostenträgern, Anwälten und Gerichten, die die Schadenssummen forcieren", fordert Albring.

Geburtsortwahl eingeschränkt

Obwohl Schwangere seit ein paar Jahren den Geburtsort frei wählen dürfen, kann das Bundesministerium für Gesundheit nicht an jedem Ort in Deutschland Möglichkeiten für eine sichere, außerklinische Geburt zur Verfügung stellen. Da außerklinische Geburtshilfe ausschließlich in direkter Umgebung einer Klinik stattfinden sollte, viele Kliniken jedoch schließen, schränkt dies die Möglichkeiten ein. „Wir müssen leider erkennen, dass in der heutigen Situation eine wohnortnahe Versorgung in der Geburtshilfe vielfach nicht mehr möglich ist", räumt Albring abschließend ein.

News

Vitamin-A-Mangel vorbeugen
Mutter und Kind mit frisch geernteter Karotte. Bei aller Begeisterung für Veganismus dürfen gerade bei Kindern die Vitamine nicht vergessen werden.

Für Schwangere und Veganer*innen

Wer regelmäßig Milchprodukte, Eier und Fleisch isst, braucht sich um seinen Vitamin-A-Haushalt keine Gedanken zu machen. Doch wie sieht das bei veganer Ernährung aus? Und was müssen Schwangere beachten?   mehr

Blut spenden hilft allen

Frau sitzt in einem Sessel und spendet Blut.

Mangelware Blut

Ob bei einer Operation, bei Geburtskomplikationen oder einem schweren Unfall -Bluttransfusionen können Leben retten. Damit genügend davon zur Verfügung steht, müssen Gesunde Blut spenden. Doch wer ist dafür geeignet, und was muss man darüber wissen?   mehr

Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang
Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang

Die Mitte macht´s

Viel hilft viel? Das gilt offenbar nicht beim Thema Schlaf. Denn nicht nur zu wenig Schlaf scheint Menschen schneller altern zu lassen. Das gleiche gilt wohl auch für zu viel Schlaf.   mehr

Hitze bedroht Gehirn und Nerven
Hitze bedroht Gehirn und Nerven

Von Schlaganfall bis Delir

Sommerliche Wärme wird von vielen Menschen als angenehm empfunden. Doch anhaltende Hitze und tropische Nächte können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben – insbesondere für das Gehirn.   mehr

Wie viel Schreien ist normal?
Wie viel Schreien ist normal?

Quälende Säuglingskoliken

Viele Eltern kennen die Situation: Das Baby ist satt, frisch gewickelt und gesund – und schreit trotzdem über Stunden. Gerade in den ersten Lebensmonaten können sogenannte Säuglingskoliken Familien an ihre Belastungsgrenzen bringen. Was ist normal und wann muss das Schreien abgeklärt werden?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Apotheke am Kreisel
Inhaberin Eva Maria Martens
Telefon 05341/8 48 20
Fax 05341/84 82 22